Fremd gehen

Theaterstück für 2 Personen (1995)

 

Uraufführung: Theater 1230, Bern, 1995

Hörspiel-Version unter dem Titel «Ableben», WDR, 1997

(...)
Halbherr: Sie — ?
Preisel: Ich —
Halbherr: Sie gehen?
Preisel: Fräulein Halbherr, ich — ich sterbe — jetzt.
Halbherr: Jetzt?
Preisel: Sobald ich hier ganz fertig bin. Ich wollte nicht — sterben — ohne mich von Ihnen zu verabschieden und Ihnen zu danken. Das geschieht hiermit. Danke und — adieu. Sozusagen. Es ist sechs. Sie können gehen. Ich will Sie nicht länger aufhalten.
Halbherr: Herr Preisel — Sie sterben?
Preisel: Ja.
Halbherr: Das — das tut mir — leid.
Preisel: Das ist sehr aufmerksam von Ihnen. Auch wenn ich nicht sagen kann, dass ich gleich — verzeihen Sie — empfinde.
Halbherr: Sie — gehen — gerne?
Preisel: Es ist das Beste — für alle — für mich — es ist Zeit. — Zeit.
Halbherr: Hier?
Preisel: Bitte?
Halbherr: Sie wollen hier — gehen — ?
Preisel: Hier. — Das heißt da, am — Fenster. Am Fenster —
Halbherr: Sie haben eine schöne Aussicht von da. Ich sehe ja nur auf die Autobahnbrücke von mir aus.
Preisel: Vielleicht könnten Sie dieses Büro bekommen, wenn ich — ich mache eine Aktennotiz.
Halbherr: Das ist — lieb — von Ihnen.
Preisel: Das ist doch selbstverständlich — nach zwanzig Jahren —

 

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