Apr�s Soleil

Theaterst�ck f�r 6 Personen
(2002)

 

Urauff�hrung: Schauspielhaus Z�rich, Februar 2003, Regie Christiane Pohle

1. Preis der Saarbr�cker Autoren(theater)Tage, 2002

(...)
Sonja: Das musst du mal einem Arzt zeigen. Das w�chst. Vielleicht kann man es ja noch wegmachen.

Richard: Ach was.

Margrit: Was?

Margrit: Was? Wo?

Sonja: Erst breitet es sich aus und dann w�chst es in die Tiefe.

Margrit: Wo?

Sonja: Hier. Und dann gibt es Metastasen. Auf der Haut. In den Lungen, der Leber. In den Knochen. Im Gehirn.

Margrit: Sonja, was ist das?

Sonja: Vielleicht ist es ja nur ein Muttermal.

Richard: Ist noch was auf dem Grill?

Andr�: Dauert noch einen Moment.

Margrit: Was ist das, Sonja? Woher wei�t du das?

Sonja: Das ist mein Beruf. Wenn man es rechtzeitig operiert, hat man gute �berlebenschancen.

Margrit: Das ist doch nicht dein Beruf. Das musst du doch nicht ... das macht doch der Arzt.

Evelyne: Das ist meistens nichts. Glaube ich.

Sonja: Es gibt immer mehr. Erst breitet es sich aus, und dann w�chst es in die Tiefe. Wir haben eine Patientin gehabt, da war schon alles ...

Margrit: H�r auf.

Sonja: ... verkrebst. War zu sp�t.

Dieter: Ich hol mir noch was.

Sonja: Bestrahlen, Chemo. Hat alles nichts gen�tzt.

Margrit: Das ... du machst jetzt Spa�, nicht wahr?

Sonja: Man muss es rechtzeitig wegschneiden.

Andr�: Ich schau mal nach dem Grill.

Sonja: Zuviel an der Sonne. Zuviel nackte Haut. Nicht eingeschmiert. Die Haut vergisst nichts. Da ist alles gespeichert. Das ganze Leben. Jeder Sonnenstrahl. Und irgendwann ist es zuviel und das Fass l�uft �ber.

Evelyne: Ist dein Fleisch nicht kalt?

Margrit: Iss jetzt, Sonja!

Evelyne: Die Tomaten sind gut. Der beste Tomatensalat.

Sonja: Die hat alle Haare verloren. Aber hat alles nichts mehr geholfen.

Margrit: Morgen m�ssen wir fr�h raus. Die F�hre und dann noch zw�lf Stunden. Mindestens. Wenn kein Stau ist.

(...)

 

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