Boys, boys, boys...

(Nachrichten vom Geheimbunker)

 

Das ein Gemälde: eine Gruppe von Stabsoffizieren in einer lieblichen ostschweizer Landschaft (säntisnahe, mehr wäre Verrat). Nach dem Mittagessen, schnitzelvoll, rauchend: je eine Hand modisch in der Hosentasche, eine am Rauchgerät. Diese auch zeigend, mal nach da, mal nach dort. Und immer aller Blick nach ebenda oder dort. Plötzlich: Körper gestreckt und alle: Handschirm über die Augen (zwecks Weitblick) und gegen das unweite Dorf. Bauernmädchen? Panzergelände? Heimat?
Auf der Wiese N der Gruppe versucht ein Erpel sich zu paaren. Erster, erdiger Frühlingstag. Alles noch feucht von gestrigem Regen. Und die Offiziere: immer noch da. Mittagspause.
In dezenter Entfernung (nicht hinblicken, der Feind...) steht ein Gebäude. Wirklich GEBAEUDE: zur Täuschung eine Scheune oder ein Ferienhaus, fensterlos, mannesmannsch stabil. Aber real wedernoch: eine (geheime Anlage). Sehr stabil das, sehr sicher. Sehr, sehr geheim.
Beinhaltend: Offiziere nebst Hilfspersonal, Befehle schreibend für einen Krieg, der (alle zusammen): hoffentlich nie stattfinden wird. Befehle für Uebungen für einen Krieg, der s.o..
(Zitat) (Ende des Zitates) Gelbland gegen Grünland. Keine verfänglichen Farben mehr. China ist weit, Grün ist die Heide.
Der Erpel hat sein Ziel erreicht. Applaus und Gelächter. Ein rechter Erpel, ein guter. In der Mittagssonne langsam ermüdend, satte Schläfrigkeit: der Stab. Rechte Männer, gute. Freisinn, mindestens. Die Völkischen halten beide Hände in den Taschen. Sonst keine besonderen Kennzeichen. Allen gemein: ein himmelschreiender Sprachstil s.o., ein Hang zu falschen Abkürzungen und missbrauchten Wendungen (auch graphologisch ein Gruselkabinett, die Manuskripte). Und der Glanz in den Augen, schon am Mittag? Ist es Heimatliebe, heiliges Feuer oder (Alkohol)? — Trunkenheit am Steuer?
Die Artilleristen sind die Schlimmsten. Auch wenn — gerüchtehalber — einer lateinisch spricht. Alte Familien, hirnweich und arrogant. Die Infanteristen etwas zu ruckartig, können's noch gar nicht glauben, dass sie im Stab gelandet sind und nicht mehr in den Gräben hocken. War doch auch ganz schön, das Brot der frühen Jahre, aus dem Blechnapf gefressen. Einfach aber solid, alte Schule. Der Luftschutz hemdsärmlig, die Sanität immer fröhlich, aber etwas verwirrt und mit noch schlechterer Schrift.
Den Dienstgrad (Schweregrad) in Promillen angeben, statt mit Streifen? 0,8 Korporal, 1,0 Leutnant... (das fussvolk labt sich standesgemäss nur an bieren (ausser natürlich die motorfahrer in ihrer staatlich garantierten ruhezeit) dafür dürfen wir uns während pausen ins gras setzen) während der Stab stehen muss.
Der Genie-Hauptmann (wer lacht wird kalt gemacht) hat im Restaurant eine hübsche Serviertochter (Name der Redaktion bekannt) ...ja, was?...gesehen, angeschaut. Das ist ja immerhin schon was. Rom sehen und sterben. Mindestens Rom sehen...der Stab stirbt nicht, dazu ist die Infanterie da.
Dann schon zwei. Einer nach dem Anderen zurück an die Karten. Klappe zu. Wir weben, wir weben...
Und das alles: die, ich, der Boden, die Armee, der Säntis, der Erpel sind nun gewissermassen (Kunstpause) Heimat? Das Schiff, das ich Gemeinde nenn? Gleiches Boot, volles Boot? Vor fünfzig Jahren war es voll, das Boot, heute sind es die Steuermänner. Grund zur Sorge? Sitzlehnen in aufrechte Position und das Trinken einstellen?
Ah! Dunkelmaler, Mehrwisser! Im Gegenteil: zurücklehnen, ganz zurück. Geniessen sie den Film, entspannnen sie sich. Alles geht vorüber, alles geht vorbei.
Immerhin: boys, boys, boys...

 

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