Mutlos — freudlos — hoffnungslos — friedlos...?

«Und es gibt doch eine Zukunft»

von Peter Stamm und Manfred Paul

 

Winterthur, 12. Januar, 02.12 — «Vielen Dank für ihren Anruf. Hier spricht Manfred Paul zu Ihnen. Gesundbleiben und alt werden. Alle sagen, wir müssen zurück zur Natur. Wir bringen uns mit den Giftstoffen in Luft, Wasser und Boden um. Zurück zur Natur. Das Schaffell im Bett gehört genauso dazu, wie der Einkauf im Bioladen, das Mahlen von Körnern und das übermässige Trinken von guten Teesorten. Man will die ewige Jugend beschwören. Das durchschnittliche Alter der Mitbürger steigt. Und dennoch ist keiner hiergeblieben.
Sterben müsse wir alle. Und dann? Die Welt vergeht, nichts bleibt. Nur wer sein Auge auf das Ewige richtet, wird alle Bioläden der Welt, die Gesundheitseuphorie aus einem nüchternen Blickwinkel beurteilen. Alles hat ein Ende. Doch nur der ergreift das ewige Leben, der Jesus Christus begegnet. Er ist mehr, als die beste Natur. Wenn auch die Natur vergeht und der Mensch sich an seiner Masslosigkeit, durch das Raffen nach Geld und Wohlstand umbringt, eins bleibt: wer Jesus Christus angehört wird ewig leben. Alle Natursehnsucht ist ein Irrtum. Sie hält nicht was sie verspricht. Ein gesunder Leib macht keine gesunde Seele. Leibliches Wohlbefinden ist nicht alles. Es gibt viel, viel mehr, das sich in Gott finden lässt: ein reines Gewissen, Frieden des Herzens, Glück des Geborgenseins, eine nie gekannte Freude, das ewige Leben, eine sichere Gegenwart und eine helle Zukunft. Wer das sagt? Gott selbst. Er garantiert es jedem, der Jesus in sein Leben aufnimmt. Probieren sie's aus. Ich hab's gefunden. Sie sollten es auch finden. Und nun sind wir am Ende dieser Telefonansage. Am nächsten Freitag hören sie mich zum Thema: . Gott segne sie. Piep.»
Werden auch sie immer älter, lieber Mitbürger, liebe Mitbürgerin? Raffen auch sie Geld, wie es der nette Herr Paul mit schmieriger Stimme verkündet? Sehnen auch sie sich nach der Natur? Schlafen sie auf Schaffellen und mahlen sie ihr Korn? Oder trinken sie etwa gute Teesorten? Gar übermässig? Und sind immer noch «mutlos, freudlos, hoffnungslos, friedlos» überhaupt irgenwie los? Hadern sie mit ihrem Los? Gut gibt es die Telefonmission Werner Heukelbach. «Tag und Nacht erreichbar», und das auf neun Telefonnummern in der ganzen Schweiz, ab November 1995 gar in Zürich. Und für die ganze Schweiz die selbe Trostkonserve, den selben Käse. Da erfahren sie endlich, wie sie zu ihrem wohlverdienten, ewigen Leben kommen, inklusive reines Gewissen, Herzensfrieden und Geborgenheitsglück. Wenn es der Herr Paul gefunden hat, warum nicht auch sie? Sie nicht? Ich auch nicht. Mal sehen, ob noch Bier im Kühlschrank ist.

 

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