Meine frühesten Berufswünsche hatten nichts mit Literatur zu tun. Erst wollte ich Schiffsbauer werden, später Professor, ich weiss nicht mehr – und wusste wohl auch damals nicht – welcher Wissenschaft. Pilot wollte ich nie werden, dafür Koch und Fotograf und eine Zeit lang Werber und Kriminalist und wohl noch einiges mehr, woran ich mich nicht erinnere.

Immerhin waren die Deutschstunden schon in der Schule meine liebsten, schrieb ich schon damals gerne Aufsätze und dachte mir überhaupt immer Geschichten aus, wenn ich mich in der Schule oder an freien Nachmittagen langweilte. Ich war Huckleberry Finn, wenn wir im Wald ein Floss bauten, das es dann nie auf das Wasser schaffte, und wenn ich im Winter mit dem Fahrrad zur Blockflötenstunde fuhr, war ich ein Polarforscher, und oft und bei verschiedenen Gelegenheiten war ich ein Agent in geheimer Mission.

Mein erster erhaltener Text ist ein Rezept für Habermus, den ich im Kindergarten schrieb, ein anderer früher Text ein Gedicht auf Ferdi Kübler, einen Radrennfahrer, der mir einmal eine Autogrammkarte geschenkt hatte und eine Schirmmütze. Wann genau ich mich für das Schreiben als Beruf entschied, weiss ich nicht mehr. Ich weiss nur noch, dass ich in der Silvesternacht vor meinem zwanzigsten Geburtstag die Idee zu einem Roman hatte, die ich erst Jahre später zu ihrem schlechten Ende führte.

Wie man Schriftsteller wurde, wusste ich nicht, und hätte ich damals gewusst, dass es noch fünfzehn Jahre dauern würde, bis mein erster Roman erscheint hätte ich wohl kaum weitergemacht. Aber das Schreiben war neben vielen anderen Dingen, die ich ausprobierte, die erste Beschäftigung, die mich nie langweilte, die mich immer herausforderte. Ich hatte und habe nie das Gefühl, ganz das zu erreichen, was ich erreichen will.

Ich «muss» nicht schreiben, aber ich liebe das Schreiben mehr als jede andere Beschäftigung.

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